Ergebnisse der Befragungsaktion vom 16.04.2011 zum NOR-Kennzeichen
Bisheriger Ablauf und augenblicklicher Sachstand
Aufmerksam geworden durch verschiedene Presseartikel in Autofachzeitschriften und im Usedom Kurier im Dezember 2010 über das Projekt der Hochschule Heilbronn unter Federführung von Prof. Dr. Ralf Bochert hat die städtische Wirtschaftsförderung nach hausinterner Abstimmung mit dem Verwaltungsvorstand ab Anfang Januar erste Kontakte zu interessierten Städten geknüpft und unter marketingstrategischen Aspekten weiter recherchiert.
Am 17.01. nahm die städtische Wirtschaftsförderung per E-Mail Kontakt mit Herrn Prof. Bochert auf, um mit Blick auf die Studie der Hochschule Heilbronn die Chancen für Norden auszuloten. Übrigens: Noch am Abend des Tages antwortete Herr Prof. Bochert unter Hinweis auf sein Forschungsprojekt „Kennzeichenliberalisierung“, wies dabei auf das bundesweite Interesse von 170 Städten hin und erwähnte außerdem am Rande, dass er just an dem Tag in Norden war. In den folgenden Tagen erschienen dann hier entsprechende Presseartikel.
Die Presseartikel mit der Frage nach der Wiedereinführung des „NOR“-Kennzeichens stießen bei den Menschen im hiesigen Raum auf eine unerwartet positive Resonanz (man hatte das Gefühl, dass 90 % der Bevölkerung für das „NOR“-Kennzeichen wiederhaben wollten), dass sich die städtische Wirtschaftsförderung veranlasst sah, die kommunalpolitischen Gremien um ein Statement zu bitten. Im Vordergrund standen dabei die Stichworte Marketing, Identifikation, Heimat, Verortung, Botschaft, Wahrnehmung. Der derzeitige Landkreisbestand steht dabei außer Zweifel.
Wirtschafts- und Finanzausschuss, Verwaltungsausschuss und Rat (07.02.2011, 17.02.2011 und 08.03.2011) votierten einstimmig für die Wiedereinführung des „NOR“-Kennzeichen mit der Bitte um Unterstützung an Landkreis, Städtetag und Wirtschaftsministerium. Mit Schreiben vom 16.03., 18.03. und 29.03.2011 sind der Landrat, der Niedersächsische Städtetag sowie der Wirtschaftsminister schriftlich um Unterstützung gebeten worden. Nebenher wurde ein kleines Netzwerk zu interessierten niedersächsischen Städten (10) aufgebaut und weitere Kontakte länderübergreifend hergestellt. Bundesweit haben durch Ratsbeschlüsse rund 100 Städte sich für die Wiedereinführung ihrer früheren Kennzeichen ausgesprochen. Übrigens auch die Partnerstadt von Norden Pasewalk bemüht sich um die Wiedereinführung ihres „PW“-Kennzeichens.
Am 06.04. haben sich die Verkehrsminister der Länder auf ihrer Konferenz in Potsdam auf Antrag Sachsens und Thüringens mehrheitlich für die Wiedereinführung der früheren (jetzt nur auslaufenden) Kfz.-Kennzeichen ausgesprochen und den Bund gebeten, die Länder bei der Wiedereinführung auslaufender und bereits ausgelaufener Unterscheidungszeichen durch entsprechende Rechtsänderung der Anlage 1 (zu § 8 Absatz 1 Satz3) der Fahrzeug-Zulassungs-verordnung (FZV) zu unterstützen. Es soll rechtssicher ermöglicht werden, dass von einer Zulassungsstelle mehrere Unterscheidungszeichen zugeteilt werden können. Der Bund hat auf den Beschluss bereits reagiert und zu einer ersten Arbeitsgruppensitzung des Bund-Länder-Fachausschusses „Fahrzeugzulassung“ zur Vorbereitung der für notwendig erachteten Rechtsänderungen am 18./19.05.2011 nach Saarbrücken eingeladen. Dort wurde wiederum beschlossen, dass eine sich Unterarbeitsgruppe mit dem Thema befassen soll. Nach erfolgter Änderung der FZV werden vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium weitere Details durch Erlass zu regeln sein.
Auch der Vorsitzende des Wirtschaftsforums (WFN) und Verleger, Christian Basse, hat in dieser Woche ein positives Statement zur Wiedereinführung der „NOR“-Kennzeichen abgegeben. Er betonte, dass das eigene amtliche Kennzeichen in jedem Fall für die Identitätsstiftung der Bürger und ihrer Stadt Norden förderlich wäre.
Interessant ist in dem Zusammenhang, dass rein theoretisch knapp 15.000 Fahrzeuge im Stadtgebiet für eine Umkennzeichnung, die ja freiwillig wäre, in Frage kämen. Die Zulassungsstelle des Landkreises Aurich in Norden hat in den letzten Monaten zahlreiche Anfragen zu verzeichnen gehabt, wo Bürgerinnen und Bürger bereits eine Reservierung eines „NOR“-Kennzeichens vornehmen lassen wollten. Dies ist aber im Moment noch nicht möglich. Bemerkenswert ist, dass es gegenwärtig noch etwa 700 Fahrzeuge mit „NOR“-Kennzeichen gibt, davon etwa 40 Pkw.
Studenten der Hochschule Heilbronn führten am 16. April eine Befragung zur Wiedereinführung des NOR-Kennzeichens auf dem Marktplatz durch.
Mehr zu den Ergebnissen der Befragungsaktion entnehmen Sie den folgendne Presseartikeln:
Presseartikel zur Befragungsaktion vom Ostfriesischen Kurier, 31.05.2011
Presseartikel zur Befragungsaktion von der Ostfriesen-Zeitung, 31.05.2011
Text: Raimond Groeneweg, Fachdienst Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing

