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01.07.2022

50 Jahre Eingemeindung

Am 01.07.1972 wurden die Umlandgemeinden im Zuge der Gebietsreform eingemeindet zur Stadt Norden.

Die Landesregierung beabsichtigte die Neugliederung, da kleine Gemeinden auf Dauer nicht mehr lebensfähig und den Anforderungen an eine moderne effektive Verwaltungsarbeit nicht mehr gewachsen seien. Nicht nur der Raum Aurich/Norden/Ostfriesland war betroffen –auf dem ganzen Gebiet zwischen Nordsee und Harz sollten kommunale Neuordnungen vollzogen werden.

Letztlich wurde vom Niedersächsischen Landtag - nach teils heftigen Diskussionen - beschlossen, dass die Stadt Norden im Rahmen einer kommunalen Neuordnung mit den bis dahin eigenständigen Umlandgemeinden Süderneuland I, Süderneuland II, Ostermarsch, Lintelermarsch, Westermarsch I, Westermarsch II, Neuwesteel und Leybuchtpolder vereinigt wird. Mit dazu kam der zu Lütetsburg gehörende Ortsteil Bargebur.

Die Umlandgemeinden hatten trotz einiger Bedenken keine andere Wahl und mussten sich gegen den Willen einiger Bürger fügen. Sie befürchteten unter anderen, dass sich eine große Distanz zwischen der zentralen Verwaltung und der Bürgerschaft auf dem Land bilde.

Sechs der neun betroffenen Umlandgemeinden, die Stadt Norden sowie Lütetsburg unterzeichneten im Vormonat Juni den sogenannten Gebietsänderungsvertrag. Süderneuland I und Leybuchtpolder verweigerten die Unterzeichnung und mussten durch einen Sondererlass des damaligen Auricher Regierungspräsidenten zur Übergabe gezwungen werden.

Im Gebietsänderungsvertrag wurden Rechte, Pflichten und Verbindlichkeiten der Stadt Norden gegenüber den bisher eigenständigen Gemeinden geregelt. Norden wollte sich nach der Eingemeindung vor allem dem Ausbau von Schulen und Kindergärten und der Verbesserung der Verkehrseinrichtungen widmen und zeigen, dass das größere Stadtgebiet viele Vorteile bringen würde. Damaliger Bürgermeister von Norden war Herr Gerhard Campen. Landrat des Altkreises Norden war Herr Carl Ewen.

Bis auf die Gemeinde Lintelermarsch, die zum Ortsteil Norddeich wurde, behielten alle Ortsteile ihren früheren Gemeindenamen.Im Oktober 1972 wurde erstmals der größere Rat der Stadt Norden gewählt.

Die ersten Ortsvorsteher im Ehrenbeamtenverhältnis ab 1972 waren:

Für Westermarsch I: Hinrich Swieter
Für Westermarsch II: Heinrich Mescher
Für Süderneuland I: Wilhelm Heinks
Für Süderneuland II: Ernst Niedergesäß
Für Bargebur: Johann Krey
Für Ostermarsch: Albert Diekmann
Für Norddeich: Wilhelm de Vries
Für Neuwesteel: Eilert Sassen
Für Leybuchtpolder: Otto Maske

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Eingemeindung am Freitag, 01.07.2022 finden in einigen Ortsteilen kleinere Veranstaltungen statt.


Quelle: Ostfriesischer Kurier, Ausgabe 21. Juli 2012, Seite 40 und Ausgabe 16. Juni 2012 Seite 47

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