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Wer war Dr. Johann Hinrich Frerichs

Dr. Johann Hinrich Frerichs, der 1881 die nach ihm benannte Stiftung zur Förderung begabter, aber mitteloser Schüler des Norder Ulrichsgymnasiums ins Leben rief, hat selber nie eine höhere Schule besucht. Sein reiches Wissen erarbeitete er sich ohne Hilfe. Im Selbststudium bereitete er sich auf die Reifeprüfung vor, die er als 25-Jähriger in Göttingen bestand. Dann studierte er alte und neue Sprachen und Geschichte, legte seine Prüfung für das höhere Lehramt ab und promovierte schließlich in Jena.

Johann Hinrich Frerichs kam am 22. September 1821 als Sohn des "heuerlichen Hausmannes" Frerich Berend Frerichs und seiner Ehefrau Taalke Margarete, geb. Bunki, in Hornum bei Asel zur Welt. Als er sich in so zäher Mühe auf seinen Beruf, der wohl wirklich eine "Berufung" war, vorbereitet hatte, trat er 1851 als "Hülfslehrer" in das damalige königliche Progymnasium in Norden ein.

Immer wieder wird er in den Jahresberichten der Schule als Ordinarius der Klassen "Sexta" und "Tertia" angeführt. Seine Unterrichtsfächer waren Latein, Englisch und Geschichte. Nicht selten tritt er in den Jahresberichten mit längeren philologischen (1867: Über den Sprachunterricht) oder philosophischen (1875: Über das Gedächtniß) Arbeiten hervor:

Von seinen Schülern geliebt, im Kollegium hoch geachtet, wird er in den siebziger Jahren zuerst zum "Subconrector", 1877 zum "ersten Lehrer an der Anstalt" ernannt, 1878 zum "1. Oberlehrer" befördert.

1877 wurde das "königliche Progymnasium" wieder zu einem Vollgymnasium. Dr. Frerichs erlebte auch noch den Neubau der Turnhalle und den Umbau der Schule. 14 Jahre lang verwaltete er "mit hingebender Treue" die Kasse der Schule und betreute nebenher auch die damals schon sehr bedeutende Lehrerbibliothek. Zu seinem 25-jährigen Dienstjubiläum übergaben ihm 139 seiner ehemaligen Schüler den Grundstock für die spätere Dr. Frerichs-Stiftung. 1887 trat der verdienstvolle Lehrer in den Ruhestand und wurde mit dem Roten Adlerorden 4. Klasse ausgezeichnet.

Die letzten Lebensjahre verbrachte Dr. Frerichs in Oldenburg. Dort starb er am 16. Dezember 1900. Noch einmal würdigte seine alte Schule das Wirken dieses Mannes: "Die Stiftung wird am Ulrichsgymnasium für alle Zeit den Namen eines seiner treuesten Lehrer lebendig erhalten."

Die erste Vergabe der Stipendien hat Dr. Frerichs nicht erlebt.

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