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26.11.2025

Kommunale Wärmeplanung - Bürgerinformation zur Planung der langfristig klimafreundlichen und verlässlichen Wärmeversorgung in Norden

Die Stadt Norden hat gemeinsam mit der EWE NETZ GmbH die Kommunale Wärmeplanung abgeschlossen und die Ergebnisse am Dienstag, 18.11.2025, in einer gut besuchten Veranstaltung der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Wärmeplan bildet nun eine strategische Grundlage dafür, wie Norden die Wärmeversorgung Schritt für Schritt nachhaltiger und langfristig sicher gestalten kann. Die Wärmeplanung schafft erstmals einen umfassenden Überblick über unsere Stadt, in der 68 % der Gebäude vor 1978 gebaut wurden und mehr als ein Drittel der Heizungen zwischen 20 und 30 Jahre alt sind. Das strategische Planungsinstrument bewertet zentrale und dezentrale Lösungen systematisch und bereitet ein Maßnahmenpaket für die nächsten Jahre vor. „Mit der Kommunalen Wärmeplanung verfügen wir erstmals über ein vollständiges Bild unserer Wärmeversorgung und darüber, welche Möglichkeiten wir in Zukunft haben“, sagte Stadtbaurat Christian Pohl bei der Veranstaltung im Foyer des Theater Norden. „Es ist ein wichtiger Baustein, um Orientierung zu geben, Investitionen planbar zu machen und gemeinsam den Weg in eine klimafreundliche Zukunft zu gehen.“

Die Bestandsanalyse der Stadt Norden macht deutlich: viele Gebäude wurden in einer Zeit errichtet, in der energetische Anforderungen noch nicht dem heutigen Stand entsprachen. Auch viele Heizungsanlagen sind bereits älter, sodass in den kommenden Jahren an vielen Stellen ein natürlicher Modernisierungsbedarf entsteht. Gleichzeitig zeigt die Wärmeplanung, dass zahlreiche erneuerbare Energiequellen in Norden grundsätzlich zur Verfügung stehen — darunter Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasse und unterschiedliche Abwärmepotenziale. Diese Erkenntnisse fließen nun in die strategischen Überlegungen ein, wie die Wärmeversorgung künftig schrittweise auf klimafreundliche Technik umgestellt werden könnte.

Die Kommunale Wärmeplanung beschreibt mehrere mögliche Zukunftswege für Norden: Für verschiedene Stadtbereiche wurde gemeinsam mit den Stadtwerken Norden geprüft, ob ein Wärmenetz oder die Erweiterung bestehender Wärmenetze grundsätzlich infrage kommen könnte. Dazu zählen Gebiete mit einer verdichteten Bebauung sowie Bereiche, in denen wichtige öffentliche Einrichtungen liegen. Die Wärmeplanung trifft hier noch keine Entscheidung, gibt aber eine Empfehlung ab, diese Optionen in vertiefenden Studien genauer zu untersuchen.

Die Analyse zeigt zudem, dass viele Gebäude in Norden grundsätzlich gute Voraussetzungen für moderne Einzeltechnologien mitbringen. Dazu zählen insbesondere Wärmepumpen, aber auch Pelletheizungen, Solarthermie oder hybride Systeme. Ein weiterer zentraler Baustein ist die energetische Sanierung von Gebäuden, da diese langfristig die beste Möglichkeit bietet, den Wärmebedarf insgesamt zu reduzieren. „Die Wärmeplanung schafft Transparenz und gibt den Bürgerinnen und Bürgern erstmals eine verlässliche Orientierung darüber, welche Lösungen grundsätzlich infrage kommen könnten“, sagt Julian Binczyk, Projektleiter Kommunale Wärmeplanung bei EWE NETZ GmbH.

Bedeutung für Norder Bürgerinnen und Bürger

Die Kommunale Wärmeplanung schreibt niemandem vor, wie künftig geheizt werden muss. Vielmehr dient sie als Orientierungshilfe: Wo könnten zentrale Lösungen sinnvoll sein? Wo eignen sich eher individuelle Heizsysteme? Welche Optionen sind grundsätzlich möglich? Für Eigentümerinnen und Eigentümer soll es künftig verstärkte Informations- und Beratungsangebote geben, damit Entscheidungen zur Modernisierung gut vorbereitet getroffen werden können. Gerrit Pruss, Kommunalbetreuer bei EWE NETZ GmbH: „Norden zeigt, wie kommunale Wärmewende gelingen kann: pragmatisch, faktenbasiert und mit einem klaren Blick auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort. Der Wärmeplan ist ein Startpunkt – kein Endpunkt.“ Mit dem Abschluss der Wärmeplanung beginnt nun die Ausarbeitung einzelner Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere:

  • vertiefende Machbarkeitsprüfungen zu möglichen Wärmenetzen
  • Ausbau der Energieberatung für private Haushalte
  • Entwicklung eines Konzeptes für kommunale Gebäude
  • Informationsangebote zur Gebäudesanierung und Heizungsmodernisierung

Die Stadt Norden wird den Wärmeplan künftig alle fünf Jahre fortschreiben, um neue Entwicklungen, Erfahrungen und Technologien berücksichtigen zu können.

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