Über 12.000 Euro für lebendige Erinnerungskultur

Benefizkonzert des Polizeiorchesters Niedersachen ermöglicht Norder Schulklassen den Besuch der KZ-Gedenkstätte Engerhafe

Für nachhaltige Erinnerungsarbeit, Demokratiebildung und gesellschaftliches Engagement überreichten am Mittwoch, 17. Juni 2026, Bürgermeister Florian Eiben mit Vertreterinnen und Vertretern des Vereins zur Förderung der Präventionsarbeit in Norden e. V. und des Präventionsrates der Stadt Norden einen Spendenscheck über 12.819 Euro an den Verein Gedenkstätte KZ Engerhafe e. V. Die Summe ist der Erlös aus dem Benefizkonzert des Polizeiorchesters Niedersachsen, das im Februar diesen Jahres im Theater Norden zahlreiche Besucherinnen und Besucher begeisterte.

Die Spende kommt direkt der Bildungs- und Erinnerungsarbeit der Gedenkstätte zugute. Davon profitieren künftig alle Schulen in Norden, denn Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern ab der Jahrgangsstufe 8 einen Besuch der Gedenkstätte zu ermöglichen. Dank der finanziellen Unterstützung können sowohl die Kosten für die Anreise als auch die Teilnahme an Führungen und Bildungsangeboten übernommen werden. An diesem besonderen Ort wird das Bewusstsein für die NS-Geschichte in unserer Region geschärft und demokratische Werte bei jungen Menschen gefördert. Er bietet Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, sich intensiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen und ihre Kompetenzen im kritischen Denken und in der Auseinandersetzung mit der Gegenwart zu stärken. Bei der Scheckübergabe war auch die Klasse 9d des Ulrichsgymnasiums Norden mit ihrer Lehrkraft sowie Schulleiterin Claudia Terstegen anwesend. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich bereits intensiv mit der regionalen NS-Geschichte des ehemaligen KZ-Außenlagers Engerhafe beschäftigt

„Diese großartige Spende eröffnet uns die Möglichkeit, noch mehr junge Menschen zu erreichen und ihnen die Geschichte dieses Ortes näherzubringen“, betonte die Vorsitzende des Vereins Gedenkstätte KZ Engerhafe e. V., Hilke Osterwald. „Gerade die Auseinandersetzung mit der Geschichte vor der eigenen Haustür hilft dabei, historische Zusammenhänge zu verstehen und Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen.“

Auch Heiko Kieser, Leiter der Gedenkstätte, unterstrich die Bedeutung solcher Begegnungen: „Ein Besuch vor Ort macht Geschichte greifbar. Viele Jugendliche sind überrascht, dass sich die Ereignisse des Nationalsozialismus nicht nur in den großen Städten, sondern auch hier in unserer unmittelbaren Region abgespielt haben.“

Für Susanne Winkler aus der Bildungsgruppe der Gedenkstätte steht dabei vor allem die Verbindung von Erinnerungs- und Demokratiearbeit im Mittelpunkt: „Wir wollen junge Menschen dazu ermutigen, für Demokratie, Menschenwürde und ein respektvolles Miteinander einzustehen. Historisches Lernen ist immer auch Lernen für die Zukunft.“

Bürgermeister Florian Eiben würdigte das Engagement aller Beteiligten und dankte insbesondere den Besucherinnen und Besuchern des Benefizkonzerts. Die große Resonanz zeige, dass die Erinnerungsarbeit in der Region auf breite Unterstützung stoße. Die Spende sei zugleich ein wichtiger Beitrag zur politischen Bildung junger Menschen.

Der Verein Gedenkstätte KZ Engerhafe e. V. erinnert am historischen Ort an das ehemalige Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme. Mit Ausstellungen, Führungen und Projekttagen leistet die Einrichtung einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der regionalen Geschichte und zur Vermittlung demokratischer Werte.

Alle Norder Schulen ab der 8. Jahrgangsstufe sowie weitere Jugendgruppen sind eingeladen, das Angebot zu nutzen und einen Besuch der Gedenkstätte zu planen. Dank der Spende können Anreise, Führung und Bildungsprogramm kostenfrei angeboten werden. Polizeioberrat Ingo Brickwedde und die anwesenden Mitglieder des Orga-Teams freuten sich besonders über den nachhaltigen Effekt dieses besonderen Konzertes im Februar.