Norder Stadtbibliothek zieht positive Bilanz für 2025

Erfolgreiches Jahr im Zeichen von Umzug, neuen Angeboten und lebendiger Begegnungskultur

Die Norder Stadtbibliothek blickt auf ein erfolgreiches und zugleich bewegtes Jahr 2025 zurück. Besonders der Umzug in die neuen Räumlichkeiten im Neuen Weg im Oktober prägte die vergangenen Monate. Trotz organisatorischer Herausforderungen konnte sich die Bibliothek einmal mehr als zentraler Ort für Information, Bildung, Kultur und Austausch etablieren – fest verankert im Alltag vieler Bürgerinnen und Bürger. „Die Bibliothek ist heute weit mehr als ein Ort der Ausleihe. Sie ist ein offener Treffpunkt für alle Generationen“, betont die Bibliotheksleitung Anke Czepul. Als sogenannter „Dritter Ort“ bietet sie neben Zuhause und Arbeitsplatz einen nicht-kommerziellen Raum der Begegnung, der zum Lernen, Verweilen, Arbeiten und Austauschen einlädt – ganz ohne Konsumzwang.

Vielfältiges Veranstaltungsprogramm
Zu den Höhepunkten des Jahres zählten zahlreiche, gut besuchte Veranstaltungen. Besonders die Lesung mit Autorin Katharina Hagena aus ihrem Roman „Flusslinien“ fand großen Anklang. Auch das Kneipen-Quiz gemeinsam mit Kulturbrennerei DoKa e.V., mehrere Spieleabende, die beliebte Kleidertausch-Party sowie die erstmalige Teilnahme am Gratis-Comic-Tag lockten ein breites Publikum in die Bibliothek. Für Kinder und Jugendliche bot der Sommerleseclub erneut ein abwechslungsreiches Ferienprogramm, das Lesefreude und Kreativität miteinander verband.
Ergänzt wurde das Angebot durch die Bereitstellung überregionaler Zeitungen sowie ein stets attraktives und aktuelles Medienangebot. Die Bandbreite reicht heute von klassischen Büchern über digitale Medien bis hin zu neuen Formaten wie der „Bibliothek der Dinge“ oder der Saatgutbibliothek – Angebote, die Nachhaltigkeit und gemeinschaftliche Ressourcennutzung fördern.

Sprach- und Leseförderung von Anfang an
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Sprach- und Lesekompetenz bei Kindern. Die Bibliothek kooperiert regelmäßig mit sechs Kindertagesstätten, deren Gruppen die Einrichtung besuchen und an speziell entwickelten Programmen teilnehmen. Die Kinder werden dabei oft zu begeisterten Botschaftern der Bibliothek in ihren Familien. Großer Beliebtheit erfreut sich auch der zweimonatlich stattfindende „Babybüchertreff“. Dieses Angebot richtet sich an Kinder im Alter von ein bis vier Jahren und verbindet Bücher, Musik und Bewegung zu einer frühen Sprachförderung. Gleichzeitig nutzen die Eltern die Möglichkeit zum Austausch untereinander.

Für Schulklassen existiert schon seit Jahren ein modulares Konzept, das Schülerinnen und Schüler schrittweise an Bücher und Bibliotheksnutzung heranführt. Klassenführungen und Projekte wie der Sommerleseclub tragen nachhaltig zur Entwicklung von Lesekompetenz bei.

Chancengleichheit, Teilhabe und Nachhaltigkeit
Mit kostenlosen Bibliotheksausweisen für Kinder und Jugendliche sowie kostenfreier Fernleihe für Schülerinnen und Schüler unterstützt die Stadtbibliothek aktiv Bildungsgerechtigkeit. Medien, PC-Arbeitsplätze und Informationsangebote tragen dazu bei, die digitale Spaltung zu verringern und allen Menschen Zugang zu Wissen zu ermöglichen. Auch im Bereich Klimaschutz setzt die Bibliothek Zeichen: Die gemeinschaftliche Nutzung von Medien ist per se ressourcenschonend. Ergänzende Angebote, wie Saatgutbibliothek, Mitmachaktionen oder Kleidertausch-Partys greifen die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 auf und machen Umweltbildung im Alltag erlebbar.

Engagiertes Team und kontinuierliche Weiterbildung
Hinter diesem breiten Angebot steht ein Team von sechs Mitarbeiterinnen, die sich 4,2 Stellen teilen, sowie einer Auszubildenden im 3. Lehrjahr. Insgesamt 84 Fortbildungsstunden investierte das Team im vergangenen Jahr in Themen wie Cybercrime, Umweltbildung, Bibliothekssoftware, Innovationsmethoden und Künstliche Intelligenz. Auch Sicherheits- und Erste-Hilfe-Schulungen wurden absolviert. Die Bibliothek ist zudem regional gut mit anderen Bibliotheken vernetzt und nimmt regelmäßig an Austauschtreffen teil. Für 2026 ist eine verstärkte Kooperation mit weiteren Bibliotheken der Region geplant, um die Sichtbarkeit öffentlicher Bibliotheken weiter zu erhöhen.

Beeindruckende Nutzerzahlen
Die Zahlen unterstreichen die hohe Bedeutung der Einrichtung: 2.682 aktive Leserinnen und Leser nutzten 2025 das Angebot, darunter 701 Kinder bis zwölf Jahre und 845 Menschen über 60. Insgesamt wurden 632 Neuanmeldungen verzeichnet.

Moderne Öffentlichkeitsarbeit erreicht neue Zielgruppen
Die Öffentlichkeitsarbeit hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Neben klassischen Pressemitteilungen, Plakaten und Handzetteln spielen digitale Kanäle eine immer größere Rolle. Besonders Instagram hat sich als unverzichtbare Plattform etabliert, um Veranstaltungen, neue Medien und Einblicke in den Bibliotheksalltag zu präsentieren. Über 1.500 Follower verfolgen inzwischen den Kanal und nutzen ihn aktiv für Austausch, Rückfragen und Anmeldungen. Insgesamt war die Bibliothek im Jahr 2025 in 79 Presseveröffentlichungen präsent und verfasste 54 eigene Pressemitteilungen.

Umzug als Herausforderung des Jahres
Der Standortwechsel in das Interimsquartier in der Fußgängerzone stellte das Team vor logistische und planerische Herausforderungen. Die Raumgestaltung musste neu gedacht werden: Arbeitsplätze, Aufenthaltsbereiche und Veranstaltungsflächen sollten gleichermaßen Platz finden. Die Kolleginnen und Kollegen der Zentralen Gebäudewirtschaft begleiteten die Planungen und veranlassten umfangreiche Maßnahmen, um in den Räumen eine Bibliotheksnutzung zu ermöglichen. Da kein separater Veranstaltungsraum vorhanden ist, wurden mobile akustische Trennwände angeschafft, um künftig flexiblere Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen. Mit Unterstützung des städtischen Bauhofs wurden Medien transportiert, Regale ab- und wieder aufgebaut und eine kleine Kaffeebar eingerichtet. Rollbare Regale ermöglichen nun eine variable Raumgestaltung, etwa für größere Veranstaltungen. Nach einer fünfwöchigen Schließzeit konnte die Bibliothek am 2. November wiedereröffnen. Die Resonanz der Besucherinnen und Besucher fiel durchweg positiv aus. In dem Interimsquartier im Neuen Weg wird die Bibliothek verbleiben, solange das Vossenhus am Marktplatz saniert und erweitert wird. Bereits seit einem Jahr laufen die städtischen Planungen für die Gestaltung einer bedarfsgerechten, modernen Bibliothek der Zukunft.

Ausblick auf 2026: Bewährtes und neue Ideen
Auch im neuen Jahr dürfen sich die Nutzerinnen und Nutzer auf ein vielfältiges Programm freuen. Geplant sind neben den beliebten Spieleabenden, Lesungen mit Hardy Pundt, Martina Behm und Hilka de Groot, das Kneipen-Quiz sowie neue Formate wie eine Silent-Reading-Party, die kreative „Book-Art“-Reihe für junge Erwachsene und die „Bücher-Yogis“. Bereits Anfang April war der Autor und Orthopäde Arvid Neumann mit seinem kontroversen Buch „Die Fitness-Lüge“ in der Bibliothek zu Gast.

Mit diesem breiten Spektrum unterstreicht die Norder Stadtbibliothek ihren Anspruch, ein lebendiger Bildungs- und Kulturort für alle Generationen zu sein – offen, modern und fest in der Stadtgesellschaft verankert.